Begegnung mit Gott
Heute feiern russisch-orthodoxe (und andere orthodoxe Christen, die nach dem sogenannten “alten Kalender” leben) das Fest der Darbringung Christi im Tempel von Jerusalem, im Russischen bzw. Slawischen als “Sretenie Gospodnje” bezeichnet, was übersetzt “Treffen des Herrn” oder “Begegnung mit dem Herrn” heißt.
Mit diesem Feiertag wird in erster Linie an den Tag erinnert, an dem Jesus als kleines Kind von Maria und Joseph in den Tempel nach Jerusalem gebracht wurde, um ihn als Erstgeborenen - wie vom jüdischen Gesetz vorgeschrieben - Gott zu weihen. Nachzulesen ist das Ganze in der Bibel im Lukasevangelium Kapitel 2 ab Vers 22. Im Tempel begegnet der Familie mit dem Kind zuerst Simeon, ein alter Mann, der gemäß den Geboten Gottes lebt und die Verheißung bekommen hat, dass er nicht stirbt, ehe er den Messias sieht, dann auch Hanna, eine alte Frau mit prophetischen Gaben, die im Tempel diente. Für beide ist das die lang ersehnte Begegnung mit Gott, und die Worte, die Simeon als Dankgebet spricht, sind nunmehr Teil der Liturgie des orthodoxen Abendgottesdienstes:
Nun, Herr, entlässest Du Deinen Knecht nach Deinem Worte in Frieden; denn meine Augen haben ´Dein Heil gesehen, welches Du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker: ein Licht zur Offenbarung der Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.
Zum anderen ist dieser Feiertag natürlich auch dazu geeignet, uns daran zu erinnern, dass die Begegnung mit Gott nicht nur vor 2000 Jahren stattfinden konnte, sondern dass jeder, der Gott sucht, Ihm auch heute begegnen kann:
Ihr werdet Mich suchen und finden; denn wenn ihr Mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will Ich Mich von euch finden lassen, spricht der HERR…
(Bibel, Buch des Propheten Jeremia, Kap. 29 Vers 13 f.)
Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
(Bibel, Brief an die Hebräer, Kap. 13, Vers 8 )
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