Das Toben der Goebbels-Erben
In der Nacht auf den 8. August, dem Tag der Olympia-Eröffnung, was in der zivilisierten Welt seit je her als Anfang einer Friedensperiode gilt, eröffnete der georgische Präsident mit der "Grad"-Artillerie (moderne Katjuschas) ein Trommelfeuer auf die im Talkessel an der Grenze zu Georgien liegende südossetische Stadt Zchinvali. Den schweren Zerstörungen folgte ein Eroberungsversuch, wobei auch russische Friedenssoldaten, die sich durch ein UN-Mandat in Südiessetien aufhalten, angegriffen wurden. Durch die rücksichtlosen Artillerie-Beschüsse mit ihrer breiten Streuung kam es im Stadtgebiet zwangsläufig zu massenhaften Sterben der Zivilisten. Erst das Eingreifen Russlands setzte diesem blutigen Vormarsch ein Ende.Die kleine Republik Süd-Ossetien hatte sich, ähnlich wie Abchasien, 1992 von Georgien nach einem blutigen Krieg losgesagt und ihre Unabhängigkeit erklärt. Diese wurde bislang von niemandem anerkannt - auch nicht von Russland. Um jedoch weiteres Blutvergießen zu vermeiden, stellte Russland einen, wenn auch brüchigen, Frieden her, der den Status Quo einfror. Da die Südosseten und die Abchasier georgische Pässe weder bekommen konnten noch wollten, besorgten sie sich die Staatsbürgerschaft des Rechtsnachfolgers der UdSSR.Der Präsident Georgiens Michail Saakaschwili, der sich 2003 mit erheblicher finanzieller und organisatorischen US-Hilfe an die Macht geputscht hat und seitdem das Land im schnellstmöglichen Tempo in die NATO peitscht, kann seinen Lebenstraum nicht verwirklichen, solange Georgien noch durch ungelöste Territorialfragen belastet ist. Ferner lässt sich durch das Aufzeigen eines äußeren Feinds von den wachsenden inneren Mißständen und erheblicher ziviler Unruhe ablenken (erst vor einem halben Jahr ließ Saakaschwili Massenproteste der Opposition gewaltsam unterdrücken). Doch nachdem die Osseten und die Abchasen ihre Unabhängigkeit geschmeckt haben, werden sie sich nie mehr unter die Knute Georgiens begeben. Erbitterter Widerstand war garantiert. Und seitdem die westliche Welt das Kosovo widerrechtlich anerkannt hat, anderen Regionen dasselbe Recht aber vorenthält, braucht sich im Grunde auch Russland nicht mehr zu genieren. Deshalb ging die militärpolitische Kalkulation Saakaschwilis mächtig in die Hose. Aber es gibt ja noch die globale PR-Dimension.Die westlichen Medien haben nach anfänglicher überraschungsbedingten Zurückhaltung ihre volle Heuchel- und Lügenpower ausgerollt. Tendenziöse Schlagzeilen, verdrehte Tatsachen, falsch zugeordnete Bilder - kein Mittel ist mittlerweile ungenutzt. Ganz gut hat es ein Gast bei Spiegelfechter-Blog auf den Punkt gebracht:Jetzt zu den Medien. In den heute-Nachrichten wird darüber berichtet. Dann fragt der Moderator die Reporterin, ob man denn sagen könne, wer der Aggressor sei. Dies wird von der Reporterin verneint, das könne man nicht klar sagen! Da Russland offenkundig diesmal nicht als reiner Aggressor dargestellt werden kann, wird zumindest versucht, beide Parteien auf eine Stufe zu stellen. Sieben Verletzte beklagt Georgien durch russische Bombardierungen (die Russland dementiert), das wird eifrig zitiert. Sieben Verletzte! Gegen 1.400 Tote durch Flächenbeschuss! Georgien hat sich offenbar verkalkuliert, wollte Zchinwali im Handstreich nehmen. Jetzt, wo Russland seine Friedenstruppen verstärkt, spricht der georgische Präsident Micheil Saakaschwili von einer “russischer Aggression”. BILD zeigt ein Bild von georgischen Raketenwerfern, sagt kein Wort, dass es sich dabei um eine georgischen Angriff handelt sondern montiert Putin Gesicht in das Bild und titelt: “RUSSLAND MARSCHIERT IN SÜDOSSETIEN EIN” Am schlimmsten hetzt die taz: “Moskaus Armee marschiert in Südossetien ein - und bombardiert Stützpunkte der georgischen Armee. Russland bricht so offen das Völkerrecht. Georgien ruft USA zur Hilfe. Schon 1.400 Tote.” Wer nur die Headline liest, könnte meinen, die 1400 Toten gingen auf das Konto Russlands. Im Artikel selber klärt sich zwar das Bild etwas. Trotzdem skandalisiert die taz vor allem den “Einmarsch” der Russen (die schon längst da waren, seit Jahren) und den Bruch des Völkerrechts. So als ob die taz nicht zu den Ersten gehören würde, die den Bruch mit dem Völkerrecht fordert, wenn Massaker verübt werden (siehe Jugoslawien). Bloss das diesmal die Massakrierenden “unsere Jungs” sind und es ja nur ossetische “Russenfreunde” trifft. Hätte Serbien eine kroatische Stadt mit Stalinorgeln bombadiert hätte die taz als erstes “Völkermord!” geschrien.Da hat er allerdings noch nicht die britische Guardian gelesen. In einem "Analyse" namens "Der Krieg, den Russland will" steht da:"Seit Monaten haben Beobachter vermutet, dass Moskaus Provokationen in Georgien den Zweck hatten, einen Krieg im Kaukasus auszulösen. Nun sieht es so aus, als hätte Russland bekommen, was es wollte... Georgien repräsentiert genau das, was Moskau an seiner Grenze nicht sehen will: Ein Land, das sowohl unabhängig als auch zusehends demokratisch ist. Moskau sucht stattdessen Unterwerfung, vorzugsweise unter autokratische Herrscher, die es manipulieren kann."Christian Neef von Spiegel Online sieht in seinem unter aller moralischen Sau geschriebenen Artikel die langfristige Lösung darin, dass die Osseten nach Russland übersiedeln sollen. Eine Deportation von Menschen aus ihrer angestammten Heimat also, um den Georgier einen Landstrich zu überreichen. Zuvor bemerkt er vieldeutig, dass angeblich bereits Leo Trotzki die Osseten als "ein grobes und gewalttätiges Volk" bezeichnete. Mit solch primitiven Mitteln wird versucht, die Sympathieverteilung des in der Region nicht sehr kundigen Durchschnittslesers zu manipulieren. Kein Wunder, dass sich immer mehr Deutsche bei solch einem ideologischen Futter in ihrer Intelligenz beleidigt fühlen und widersprechen.
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