Die Akte Lindenberg auf Phoenix
Herr Krenz erzählt von früher …
“…da traf ich einmal – zufällig – Erich Mielke. Und Mielke fragte mich: Sagmal Egon, isses wahr – Der Udo Lindenberg kommt in die DDR?”
… blickt dabei bedeutungsschwer in die Kamera…
“Daran können sie sehen, dass in der DDR nicht alles von der Stasi bestimmt wurde.”
… und ich, dies hörend, fragte ich mich spontan: Ist dieser Mann inzwischen verblödet?
Vermute: Ja! Und: Wahrscheinlich war er auch damals schon blöd so einfach strukturiert. Was in sich logisch sein muss.
Honecker selbst, der halb- viertel- achtelgebildete Dachdecker, der sich einst in einem kleinen Land an die Macht putschte wie weiland Marcus Iunius Brutus, hätte doch nie und nimmer einen Kronprinzen aufbauen wollen, der klüger ist als ER selbst. Schon aus Selbsterhaltungstrieb.
Herrn Krenz ist heute definitiv NICHT der Vorwurf zu machen, er habe nichts dazu gelernt. Er (war|ist) dazu nicht in der Lage.
Sofort erklärt sich auch alles Weitere, von damals, vom November 1989. Herr Krenz dachte vielleicht “Reisegesetz” und “endlich kann sich das verbitterte Volk a bissel freuen”, gibt Herrn Schabowski einen Zettel – “kannste ruhig vorlesen” – und fährt nach Wandlitz, um sich schlafen zu legen.
Dass plötzlich die Mauer offen ist, erfährt der Blödmann erst tags darauf, aus einer Lagemeldung.
Ironie des Schicksals: Derjenige, der einst auserkoren Honeckers Vermächtnis zu erfüllen, zerlatschte es völlig chaotisch – zum Glück für uns – zu Erichs Lebenszeiten.
Im Übrigen – ich erinnere mich gut – stand eine Udo-Lindenberg-Tournee durch die DDR unter uns Fans auf der selben Ebene wie solche Versprechungen “bis 1990 jedem eine Wohnung – ab 1990 jedem SEINE Wohnung” oder zuvor die Mär von der Menschengemeinschaft – Wir konnten es einfach nicht glauben. Und: wussten, dass es nicht gehen kann, waren nur auf die verrenkten Begründungen gespannt, die eine Absage begründen.
So saßen wir als 1983 kollektiv vorm Ostfernseher und einer von uns sagte: Jetzt haben sie den armen Udo verarscht. Der – wie man sehen konnte – dies im Laufe des Abends auch selbst bemerkte und sich beim großen Finale hinter das Schlagzeug verkrümelte.
“We Shall Overcome” im Blauhemdsaal. Die ausgewählten Funktionäre singen “Oh, deep in my heart, I do believe, we shall overcome some day” und Lindenberg trommelt denen den Takt.
Skurril.
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