Die FDP in der Literatur – Teil I

»Das ist nicht mehr die alte Gang!« klagt der Alte und läßt seinen musternden Blick über eine Tischrunde der neuen Parteispitze in der Mitte des Lokals wandern. »Jetzt kommen die Quexe – die naßforschen Typen – die Maulhelden.« Seit kurzem unterscheiden sich zwei Gruppen im Lokal: die »alten Säcke«, wie die Parteifreunde des Alten sich selber nennen, und die »jungen Marschierer«, die weltanschaulich Durchgeformten, die mit dem Glauben an den Markt im Blick, die Kinnmuskelspanner, wie sie der Alte nennt, die vor dem Spiegel den dräuenden Bella-Donna-Blick üben und den Hintern ohne Not verkneifen, nur weil es Mode ist, mit zusammengepreßten Gesäßbacken federnd auf den Ballen zu wippen, das Körpergewicht leicht nach vorn verlagert. Ich starre diese Versammlung junger Helden an, als sehe ich sie zum erstenmal. Strichmünder mit scharfen Kerben zu beiden Seiten. Schnarrstimmen. Geschwellt von Elitebewußtsein und geltungssüchtig bis dorthinaus. Nichts anderes im Kopf als: Die Lobby schaut auf dich – Unsere Fahne ist mehr als das Volk.aus Lothar Günther Buchheim – Das Boot (minimal geändert)Anregung für die Teile II ff. werden gerne entgegengenommen ;-)© Spiegelfechter für den Spiegelfechter, 2011. | Permalink | 18 Kommentare |

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