Er bellt selten
Wenn überhaupt, dann ist sein Bellen meist gegenüber anderen Hunden die Aufforderung zum gemeinsamen Spielen. Was also nicht viel mehr bedeutet als “Hey duda – komm doch mal her!”
Heute ist – eigentlich – nichts zu sehen, doch er fängt an, zu bellen. Bis auch ich den Gerufenen bemerke – einen hübschen Labrador. Oder besser “sie”, denn er ist eine HündIN.
Offenbar hörte sie zuvor den Ruf des kleinen Mannes und schlug sich deshalb durchs Dickicht.
Schnupper-schnupper-schwanzwedel-schnupper – und beide toben los.
Aus weiter Ferne schreit ein zurückgelassenes Herrchen.
“Frieda! – Frieda! – Kommst du her! – Frieda, nein! – Frieda, komm zurück! – Friiieda!”
Aber Frieda ist ihres Herrchens Lärm schnuppe. Sie hat ihren Kumpel gefunden.
Ich bleibe Wir bleiben aus Höflichkeit warten. Bis sich Friedas Besitzer durchs Unterholz schlägt. Der – uns erblickend – anfängt, einen Vortrag zu halten. Über Hundeerziehung
“…deshalb nehme ich immer verschiedenes Leckerli mit, wenn wir Gassi gehen. Hier das…”
Er zeigt mir eine Schachtel.
“… und das, und das! – Auch Spielzeug habe ich immer bei. Hier den Ball, hier den Plüschhasen. …”
Er packt aus vielen Taschen aus und wieder ein. Reibt mir allen Plunder – sozusagen – unter die Nase.
“Wissense, jedes Herrchen sollte für seinen Hund interessant sein. So dass der Hund gar nicht erst auf die Idee kommt …”
… und quatscht und quatscht und quatscht und quatscht.
Ich schweige.
“Und? Was haben Sie so mit?”
Das ist wohl eine rhetorische Frage. Oder die Einleitung zu neuer Belehrung.
Er macht eine kleine Pause, sieht mich an.
Ich sage: “Nichts!”.
Das kann dieser Fremde nicht verstehen. “Niehiechts?” repetiert er fragend meine Antwort und wiederholt sich von nun an mehrmals.
“Wissense, jedes Herrchen sollte für seinen Hund interessant sein…”
Ich lasse mich schweigen. Denke nur: Es war sein Hund, der zu meinem kam. Nicht umgedreht.
Einsortiert unter:Дневник, Gassi Tagged: Pädagogik
![]()
Kommentar hinzufügen