frühe erholungsverluste eines eh schon viel zu kurzen urlaubs

für sagenhafte 909 euro hatte ich es erstanden, ein ticket nach bangkok, mit aeroflot.
ab nach thailand ,in einer relativ neuen ilushin 96.schönes flugzeug soweit.
aber sowohl die gemüter meiner mitreisenden als auch die entertainment sektion dieses fliegers waren eher spartanisch ausgestattet.
kein film,kein radio,und schon mal gar keine beinfreiheit.ich hätte gedacht,wenn man schon mal nach asien fliegt ,so schlägt sich das wenigstens kulinarisch nieder ,aber neien,das gleiche essen wie nach düsseldorf ,nur halt zweimal.
das blanke einchecken jagt dem hobbykosmopoliten die mitschämgänsehaut quer über den rücken.da wird sich einfachmal in 9 reihen an 3 schaltern angestellt.vielmehr wird sich geballt.
als wäre es 1983 irgendwo in chemnitz und das brot wäre rationiert.
man lässt sich sogar selbst davon anstecken und denkt,” was ist wenn die den flieger gnadenlos überbucht haben und du sitzt hier morgen immernoch?”wundern würds einen nicht.
schon bei früheren überseeflügen mit meinen mitrussen,war mir aufgefallen das jene sich nicht ändern während des fluges.der weg ist nicht das ziel.
nicht wie die deutschen deren geprächsniveau je näher sie dem urlaubsland kommen,zumindest auf malle flügen rapide abfällt.
“und dann gehn wa schön ficken,wa?”
urlaubseuphorie ist ein menschliches phenomen und sehr verständlich,wir alle, russen und deutsche hatten unseren letzten serotoninausstoss irgendwann im september und ein wenig vorfreude wäre durchaus angebracht nach 5 monaten winter und der aussicht auf sonne.dem russen scheinbar egal,vieleicht hat er gelernt sich erst dann zu freuen wenns so weit ist.
deswegen ,harte blasse gesichter die oben aus den winterjacken ragen.
das betongesicht der checkin frau bewegt sich kein bisschen mehr als nötig,endlos lange fingernägel mit goldverzierungen fummeln sich durch meinen pass.
“wo ist das visa?”
“ich bin deutscher ,ich brauch keins.russen brauchen ja auch keins”
ungläubige mine,griff zum telefon,kurzes schlechtgelauntes gespräch mit der zentrale ob das wohl so stimme,wortlose aushändigung der dokumente
nun gut,egal, man will ja nur ankommen und das tut mann ja auch.
aufschlag in bangkok,ein riese unter den internationalen flughäfen.kilometer lange travelators(wie rolltreppen nur ohne rauf oder runter)).
und dann passiert es,so ähnlich wie cortez und die maya,wie cook und die maori oder polo und die chinesen.grösser könnte der kontrast nicht sein.weniger dramatisch ist es sicher 1492 nicht gewesen.genetisch scheinbar weiter auseinander als grottenolm und fasan.
das unfreundlichste volk der welt trifft auf das freundlichste volk der welt.
russen auf thais.
nun ist beiden völkern die existenz des anderen bekannt,so das der austausch von glasperlen und das gegenseitige berühren entfällt.trozdem ist die reaktion fast archaisch ähnlich.
wir übernächtigten hartgesichtigen blassen russendeutsche treffen mit überhöhter travelator geschwindigkeit auf uns entgegenkommende schwärme helblau gewandeter wolken von weiblichen thai-stewardessen.der blosse anblick dieser allesamt bildschönen frauen mit langen schwarzen haaren und irritationsfreier  brauner haut ist schon spektakulär genug.gefühlte zeitlupe.”oh yeah” von yes.es richt auf einmal nach mango.unendlich mal 32 blitzweisse zähne lächeln dich ,und nur dich,an.unendlich mal 2 dunkelbraune mandelaugen strahlen dich mit einer unschuld fernab jeder erotik an.es braucht den bruchteil einer sekunde um es zu verstehen.das ist nicht erlernte stewardessen freundlichkeit.nein,das hier ist gelebt und ehrlich.mit der muttermilch aufgesogene buddhistische gelassenheit und freude.gerade versucht man noch, in westlichem zynismus ,den haken zu finden,
da sagt der russe hintermir zu seinem kumpel:
“hab ich joghurt im gesicht oder was haben die für eine problem? ”
vollkommen ungerührt rollen sie dahin und haben es einfach nicht begriffen.nun ja ,wir alle haben 2 wochen zeit uns mitreissen und beeinflussen zu lassen von diesen
unglaublichen thais,und ich meine wirklich nicht nur von den frauen.
eine woche später.der erste sonnenbrand und der erste motorradunfall sind überstanden,da treffe ich ohne vorwarnung wieder auf meine wahllandsleute.
wo ich war,hätte ich russen nicht erwartet! weit und breit keine all inclusive hotels und keine bordelle und diskotheken.
ich hatte newyorker,dänen und australier getroffen und mich über die leichtigkeit der gespräche sehr gefreut,mein vermieter musste lange nachdenken als ich ihn nach russen fragte,”ja,es wär mal einer für 2 tage dagewesen!”
da waren sie nun in gestalt eines doppelpärchens ,braungebrannt,grosse männer mit schönen blonden frauen.obwohl ihre gesichter im dunkeln schwer auszumachen waren war sofort klar,das sind russen.hardcore verknitterte beige leinenhosen,der typische vo-ku-hi-la,frauen in prada,am strand wohlgemerkt.
vier menschen in völliger ratlosigkeit über der ausschliesslich englischen speisekarte.es wird diskutiert was wohl king prawns sind oder ob coconut mit curry wohl schmeckt.
ganz klar.die ersten 10 tagen all inclusive.
ich setze mich an den freien nebentisch,denn ich wollte mir das bilaterale chaos aus nächster nähe ansehen.
nach 5 minuten hielt ich es nicht mehr aus und fragte höflich ob ich behilflich sein könne!die vier waren wie erstarrt,hatten sie wohl selber nicht damit gerechnet hier auf menschen zu treffen die auch russisch sprechen und lehnten dankend ab.der arme thai kellner hatte ernsthafte schwierigkeiten trotz seiner angeborenen asiatischen gelassenheit.
harte aber immerhin braune gesichter.
rückflugtag:
wieder bilden sich 9 reihen vor drei schaltern.
aufällig diesmal: zu einem jeden koffer sammeln sich riesige mit 2 kilometer klebeband umwickelte kartons,die wie soll es anders sein,ins handgepäck gehören.als wollten sie jedem zollgesetz der welt spotten sehe ich südfrüchte ,12 liter thai-rum und den ein oder anderen krokoleder artikel.
höfliche absagen des thai checkin personals werden ignoriert und erst als allen russen klar wird das soviel gepäck nicht als handgepäck mitgeht,bricht der kollektive unmut aus.
“diese asiaten haben ja keine ahnung”
aufgebrachte familienväter und studentinnen reden auf die immernoch freundlichen asiaten ein und es erfordert den vollen einsatz des 2meter grossen russischen kapitäns
die lage zu beruhigen.
etwas abseits stehen wir westeuropäer,transit-deutsche schweden niederländer und fühlen langsam unseren seelischen wie körperlichen tan von uns abfallen.
durch die passkontrolle.
heuschreckenartige einfälle in den dutyfreebereich als wollten sie den verlust der handgepäckkapazitäten wieder wett machen,meine russen.
10 stunden rückflug!
moskau -2 grad!
wieso bin ich überhaupt geflogen.!

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