Gefährlicher Jojo-Effekt
Der Ölpreis wird wieder steigen und dann die Wirtschaft an einem wunden Punkt treffen: der konjunkturellen Erholung. Darf man das Schwarze Gold noch dem Markt überlassen?
Im letzen Sommer schien der Ölpreis nur eine Richtung zu kennen – steil nach oben. Im Juli erreichte der Barrel-Preis mit 147 US-Dollar sein bisheriges Allzeithoch und Analysten wie Manager der Ölkonzerne prognostizierten bereits für die nähere Zukunft Ölpreise in Höhe von 250 Dollar. Nobody is perfect – der Ölpreis kollabierte kurz darauf und löste in der Branche ein Beben aus, dessen Folgen momentan noch nicht abzusehen sind.
Heute sind sich die Experten einig, dass die derzeitige Tiefpreisphase mit einem Ölpreis unter 50 Dollar je Barrel nicht lange anhalten wird. Mit dem sinkenden Preis schwinden jedoch auch die Förderkapazitäten und es dauert Jahre, bis diese Kapazitäten an ein steigendes Preisniveau angepasst werden können. 65 Prozent der weltweiten Nachfrage können bereits bei einem Ölpreis von 35 Dollar je Barrel befriedigt werden, weitere 20 Prozent bei einem Preis zwischen 35 und 60 Dollar. Die verbleibenden 15 Prozent können jedoch langfristig nur bei Preisen über 60 Dollar bereitgestellt werden – im Extremfall sogar nur bei Preisen über 130 Dollar je Barrel.
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