Medwedew sollte nicht unterschätzt werden
Als Dmitri Medwedew vor einem Jahr im ersten Wahlgang zum russischen Präsidenten gewählt wurde, sahen viele in ihm eine bloße Marionette des scheidenden Präsidenten Wladimir Putins. Bis heute ist das Urteil über die “Tandemokratie” von Medwedew und Putin weit verbreitet, wonach Präsident Medwedew in der russischen Politik nur die zweite Geige spielt und der mächtigste Mann Russlands Putin ist – nur eben als Regierungschef. Diese Darstellung der aktuellen Machtverteilung zwischen Medwedew und Putin ist sicherlich richtig, doch man sollte die Ambitionen von Präsident Medwedew nicht unterschätzen. Ihn als eine willfährige Marionette Putins zu betrachten, dürfte sich als Fehler erweisen. Erst recht könnte die Finanz- und Wirtschaftskrise Medwedew zwingen, sich von seinem Mentor zu distanzieren.
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