Gazprom wird jetzt auch offiziell russisches Staatseigentum
Moskau (jvo) Der russische Energiekonzern Gazprom wird jetzt auch offiziell Staatseigentum: Gazprom will 2008 eigene Aktien im Wert von 370 Millionen Euro kaufen und damit den staatliche Anteil auf über 50 Prozent erhöhen, erklärte der Vize-Chef des Unternehmens, Andrej Kruglow, der Wirtschaftszeitung "Kommersant".

Foto: Gazprom will 2008 eigene Aktien im Wert von 370 Millionen Euro kaufen und damit den staatliche Anteil auf über 50 Prozent erhöhen, erklärte der Vize-Chef des Unternehmens, Andrej Kruglow. (© "Kommersant")
Bisher hält der Kreml 49,78 Prozent an Газпром * Gazprom. Offiziell will der Konzern "mit dem Zukauf den Aktienkurs stützen", erklärte Andrej Kruglow dem "Kommersant" * "Коммерса́нтъ". Die grösste russische Wirtschaftszeitung wiederum ist in Besitz vom Generaldirektor der Gazprominvestholding, Alischer Usmanow * Алишер Бурханович Усманов.
Gazprom hat nicht nur Russland im Griff
Der bisher schon grosse Einfluss der russischen Regierung auf Gazprom wird mit dem unscheinbaren Aktienrückkauf umfassend, was nicht nur bei westlichen Beobachtern Ängste weckt: Die russische Regierung hatte in der Vergangenheit über Gas- und Öllieferungen immer wieder Druck auf andere Länder ausübte. Jüngstes Beispiel ist die Erhöhung der Energiepreise für die Ukraine.
Gazprom ist der weltweit grösste Erdgaslieferant und mit rund 330.000 Beschäftigten der grösste Arbeitgeber Russlands. Der Konzern kontrolliert rund ein Viertel der weltweiten Gasreserven und ist alleiniger Exporteur von Gas aus Russland. Vorstandvorsitzender von Gazprom ist seit Mai 2001 Alexei Miller, Aufsichtsratsvorsitzender ist Dmitri Medwedew, der Erste Stellvertretende Ministerpräsident der Russischen Föderation. Beide sind enge Vertraute Präsident Putins.
Gazprom ist nicht nur ein Energieriese, dem Unternehmen gehören über die Gazprom-Media praktisch alle nationalen Medien, die entsprechend wohlgefällig über Gazprom berichten. In ausländischen Medien wird Gazprom dagegen immer wieder eine besonders ausgeprägte Anfälligkeit für Korruption vorgeworfen, obwohl die Gazprom-Mitarbeiter im innerrussischen Vergleich als privilegiert gelten.

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