Illegaler russischer Kaviar für 1 Milliarde Dollar

Moskau (jvo) Illegaler russischer Kaviar im Wert von 1 Milliarde Dollar wird pro Jahr verkauft, schreibt die russische Wirtschaftszeitung "Wedomosti" * "Ведомости". Schätzungen gehen davon aus, dass neben jedem Kilogramm legalem Kaviar * Икра ein Kilogramm illegal exportiert wird. Ein "Kaviarmonopol" für den russischen Staat soll das Problem lösen.

 

kaviar schwarz, in büchse



Foto: Für über 1 Milliarde Dollar pro Jahr wird russischer Kaviar illegal verkauft. Hier eine Büchse schwarzer Ossietra-Kaviar aus legaler (!) Produktion - das Kilo für 6.300 Dollar. (© Petrossian)

"Heute züchten staatliche russische Betriebe Störjungfische, setzen sie in die Wolga oder im Kaspischen Meer aus. Wenn sie 10 bis 18 Jahre ausgewachsen sind, gelangen sie aber in die Hände von Wilderern - und es sind nicht nur russische Wilderer", erklärte Andrej Krainij * Андрей Крайний, Chef der Russischen Fischereiagentur * Росрыболовство.

Denn zu den Anrainerstaaten des grössten Sees der Erde gehören neben Russland auch Kasachstan, Aserbaidschan, Turkmenistan und der Iran. Zusammen haben sie durch den legalen und illegalen Fischfang die Stör-Bestände im Kaspischen Meer seit den 1970er Jahren um 90 Prozent dezimiert. Der Grund ist klar: Ein Kilo Beluga-Kaviar aus dem Kaspischen Meer für 270 Dollar wird bei uns für bis zu 10.000 Dollar verkauft.

Kaviarschmuggel ist organisierte Kriminalität

Im "Ameisenverkehr" schleusen professionelle Banden die Ware quer durch Russland, Polen oder Rumänien in die EU, versteckt in Tiefkühlboxen und umgebaute Pkw-Rücksitzbänke oder Tanks. "Kaviarschmuggel ist mittlerweile mit der organisierten Kriminalität beim Drogen- und Zigarettenhandel vergleichbar", betonte ein Ermittler vom Zollfahndungsamt in Köln gegenüber dem "Spiegel".

Der Росрыболовство-Chef möchte diese unhaltbare Situation ändern, indem die Vereinigung der staatlichen Betriebe künftig nicht nur Jungfische züchten, "sondern auch im Grosshandelsverkauf tätig sein und sogar eigene Läden haben soll". Die Behörden wiederum sollen gemäss einem neuen Regierungsbeschluss "die von den Wilderern gefangenen Störfische und deren Verarbeitungsprodukte sofort vernichten". Bisher gelangten die von den Wilderern gefangenen Störfische und der gewonnene Kaviar über oft verschlungene Wege in den Einzelhandel.

Künftig "Kaviarmonopol" für den russischen Staat

Diese Bestrebungen laufen darauf hinaus, die Gewinnung und den Verkauf von Störfischen und schwarzem Kaviar staatlich zu monopolisieren. Schon 2004 wurde im Совет Федерации * Föderationsrat (Oberhaus des Parlaments) ein entsprechender Gesetzentwurf für ein "Kaviarmonopol" in Russland verabschiedet. Dies wird auch für internationalen Kaviarhandel Konsequenzen haben, werden doch rund 90 des schwarzen Kaviars vom Kaspischen Meer auf den Weltmarkt exportiert.

Im Jahr 1997 exportierte Russland noch 450 Tonnen des schwarzen Kaviars. Seit 1998 verteilt das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen zwischen den Ländern die Genehmigungen für das Fangen von Störfischen und den Export des schwarzen Kaviars. Für dieses Jahr hat Russland eine Fangquote von 180 Tonnen Störfisch und 25 Tonnen schwarzen Kaviar erhalten.

büroklammer, rot



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Dieser Beitrag beruht u.a. auf folgenden Quellen:

"Ведомости", Tagesspiegel"Spiegel", Wikipedia (de) (engl) (rus).

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