Radioaktivität in Kiew

Neben der kürzlich hier schon disskutierten Wasserqualität in Kiew beschäftigt mich schon länger auch das Thema der Radioaktivität in Kiew. Da ja Kiew nur rund 100 km von Tschernobyl entfernt liegt und Tschernobyl an einem Zufluss des Dnjepr liegt, der ja danach mitten durch Kiew fliesst, habe ich mich schon oft gefragt, wie stark nun eigentlich Kiew effektiv radioaktiv kontaminiert wurde. Dies beschäftigt mich auch deshalb sehr, weil wir eine knapp 3 Jahre alte Tochter haben und bekanntlich Radaioaktivität für kleine Kinder am gefährlichsten ist. So kaufen wir zum Beispiel schon länger keine Milchprodukte aus dem Norden des Landes, welches ja am stärksten betroffen war. Auch nachfolgende Karte der radioaktiven Verseuchung durch Tschernobyl sind nicht gerade ermutigend, da die Zone der niedrigsten Verseuchung nur wenige Kilometer nördlich von Kiew beginnt. Auch habe ich hier schon gehört, dass es im Sommer manchmal in der Tschernobyl Sperrzone brennt und wenn dann der Wind von Norden her weht, Kiew vom durch das vom Feuer aufgewirbelte Material radioaktiv belastet wird. Angblich sollen die lokalen Medien nicht über ein solches Ereignis berichten und die Kiewer informieren sich gegenseitig über SMS...

Caesium-137 Kontamination in Curie/m2

Da ich den hiesigen Angaben irgendwie nicht traute ("Radioaktivität stellt in Kiew kein Probelm dar") und es im Westen schlichtwegs zuwenig informationen darüber gibt, habe ich mich dazu entschlossen, die Raioaktivität hier ein bisschen selbst zu analysieren. Hierzu braucht man eigentlich nur ein Dosimeter zur Messung der (radioaktiven) Äquivalentdosis.


Mein sowjetisches Dosimeter der Marke "Bella" (Белла)

Hierzu habe ich mir über das Internet ein sowjetisches Dosimter der Marke "Bella" (Белла) aus dem Jahr 1991 gekauft. Die Masseinheit meines Dosimeters ist Mikrosievert pro Stunde (μSv/h), wobei weltweit der Normalwert der natürlichen Radioaktivität bei etwa 0.05 μSv/h im Freien liegt.

Der maximale gemessene Wert von 0.15 μSv/h fand ich bisher über der Erde nahe am Stamm von alten Bäumen und bei alten Dachabflüssen. Sogar das schon einmal erwähnte Tschernobyl Fahrzeug (siehe früherer Blog Beitrag) war überhaupt nicht aussergewöhnlich belastet - obwohl ich die Reifen und an der Karosserie detailliert gemessen habe. Auch die wenigsten Lebensmittel haben eine unnatürliche Belastung. Etwas beunruhgt hat mich eine Messung von 0.12 μSv/h bei einem Brot. Alles gemessene Gemüse und Fleisch sowie alle Getränke hatten bisher normale Werte. Auch habe ich den Sand am Ufer des Dnjepers gemessen, als wir kürzlich dort Baden waren (siehe früheren Blog Beitrag). Doch auch hier konnte ich (überraschenderweise) keine erhöhte Belastung feststellen. Natülich werde ich auch weiter Messungen vornehmen, insgesamt haben mich aber diese Messungen doch recht beruhigt. Auch ist mir klar, dass ich in Sachen Messung der Radioaktivität überhaupt kein Experte bin, hoffe aber, dass meine Messungen doch eine gewisse Aussagekraft haben.

  • Web: Radioaktive Messungen um Tschernobyl herum: Link

Keine Panik! Schon in

Keine Panik!
Schon in Süddeutschland ist 0,14µSv/h normal. Und ein Pilot bekommt auch ocker 2 mSv/a = 0,22µSv/h ab, ohne dass er gleich Krebs bekommt.

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