Wort und Bild
Glück gehabt
Submitted by RSS Sammler on Di, 07/04/2009 - 19:34Begebenheit aus der Sowjetzeit:
In einem russischen Dorf, in dem die Kirche schon in den 20er Jahren geschlossen worden war, befiehlt die Dorfleitung allen Einwohnern, die Atheismus-Vorlesung “Über den Ursprung religiöser Feiertage” zu besuchen. Ein altes Mütterchen geht zum Vortrag, verlässt ihn schließlich strahlend, bekreuzigt sich:
- Dank sei Dir, Herr! An alle Feiertage hab ich mich erinnern können. Und ich hatte schon begonnen, einige zu vergessen…
Quelle: Orthodoxe Familienzeitung 01/2008 (Online-Ausgabe)
Gerechtigkeit
Submitted by RSS Sammler on Di, 07/04/2009 - 19:34Begebenheit aus der Sowjetzeit:
Im Lager fragt ein Gefangener einen ebenfalls inhaftierten Priester:
- Und wo ist die Gerechtigkeit?
- Gerechtigkeit ist in der Hölle.
- Und was ist dann im Paradies?
- Im Paradies ist Gnade…
Quelle: Orthodoxe Familienzeitung 01/2008 (Online-Ausgabe)
Begegnung mit Gott
Submitted by RSS Sammler on Di, 07/04/2009 - 19:34Heute feiern russisch-orthodoxe (und andere orthodoxe Christen, die nach dem sogenannten “alten Kalender” leben) das Fest der Darbringung Christi im Tempel von Jerusalem, im Russischen bzw. Slawischen als “Sretenie Gospodnje” bezeichnet, was übersetzt “Treffen des Herrn” oder “Begegnung mit dem Herrn” heißt.
Mit diesem Feiertag wird in erster Linie an den Tag erinnert, an dem Jesus als kleines Kind von Maria und Joseph in den Tempel nach Jerusalem gebracht wurde, um ihn als Erstgeborenen - wie vom jüdischen Gesetz vorgeschrieben - Gott zu weihen. Nachzulesen ist das Ganze in der Bibel im Lukasevangelium Kapitel 2 ab Vers 22. Im Tempel begegnet der Familie mit dem Kind zuerst Simeon, ein alter Mann, der gemäß den Geboten Gottes lebt und die Verheißung bekommen hat, dass er nicht stirbt, ehe er den Messias sieht, dann auch Hanna, eine alte Frau mit prophetischen Gaben, die im Tempel diente. Für beide ist das die lang ersehnte Begegnung mit Gott, und die Worte, die Simeon als Dankgebet spricht, sind nunmehr Teil der Liturgie des orthodoxen Abendgottesdienstes:
Nun, Herr, entlässest Du Deinen Knecht nach Deinem Worte in Frieden; denn meine Augen haben ´Dein Heil gesehen, welches Du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker: ein Licht zur Offenbarung der Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.
Zum anderen ist dieser Feiertag natürlich auch dazu geeignet, uns daran zu erinnern, dass die Begegnung mit Gott nicht nur vor 2000 Jahren stattfinden konnte, sondern dass jeder, der Gott sucht, Ihm auch heute begegnen kann:
Ihr werdet Mich suchen und finden; denn wenn ihr Mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will Ich Mich von euch finden lassen, spricht der HERR…
(Bibel, Buch des Propheten Jeremia, Kap. 29 Vers 13 f.)
Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
(Bibel, Brief an die Hebräer, Kap. 13, Vers 8 )
Jahrestag der Ermordung des Zaren
Submitted by RSS Sammler on Di, 07/04/2009 - 19:33Heute vor 90 Jahren wurde der letzte russische Zar Nikolaj II zusammen mit seiner Familie von den Bolschewisten im Keller des Jepatjev-Hauses in Jekaterinburg ermordet.
Im Verlauf der Revolutionen, die Russland im Jahr 1917 ergriffen, der Februar- und der Oktoberrevolution, hat die Ermordung der Zarendynastie ihren festen Platz. Sie bildet den Auftakt zum Roten Terror. Mit dem Tod des Zaren verloren die Bolschewisten die Scheu, ihre Ziele mittels Terror durchzusetzen. Bezeichnend ist hier das Zitat von Leo Trotzki:
„Man muss für immer Schluss machen mit dem Popen- und Quäkergeschwätz über den heiligen Wert des menschlichen Lebens“.
Quelle: Wikipedia
Im Jahr 2000 hat die russisch-orthodoxe Kirche die Zarenfamilie als strastoterpcy - Leidenserdulder - und Märtyrer heilig gesprochen. Oberpriester Aleksander Schargunov schrieb im Februar 2000 - noch vor der Kanonisierung - einen Artikel “Über die Bedeutung der Kanonisierung der Märtyrer der Zarenfamilie”. Hier ein paar Auszüge:
[…]
Wenn sie den Zar nicht gestürzt, nicht ermordet hätten, dann hätten sie auch die Priester und das ganze gläubige Volk nicht umbringen können. Er wurde zum Erstmärtyrer in der Kirche der Neumärtyrer, auch wenn das chronologisch nicht ganz stimmt.
[…]
Symbolträchtig ist, dass sie nicht nur den Zar und seine Familie ermordet haben, sondern auch alle seine treuen Diener. Die Märtyrer der Zarenfamilie und ihre Diener sind ein Symbol für Russland. Das war wie die Vernichtung ganz Russlands, aller, die dem Zar ergeben waren. Und danach haben sie sich bemüht, die umzubringen, die sie [die Zarenfamilie] kannten, damit es keine Erinnerung mehr [an sie] gäbe.
[…]
Warum kann die Kanonisierung des Zaren dem gläubigen Volk geistliche Kraft geben, warum kann sie zum Wunder der Wunder werden? Deshalb, weil das bedeuten würde, dass die ganze Lüge des 20. Jahrhunderts umstürzt und abfällt wie Fäulnis, und sich stattdessen die Wahrheit offenbart. Die Kanonisierung des Zaren wird ein Sieg über die dunklen antichristlichen Kräfte, die Russland 1917 besiegt haben.
[…]
Quelle: Russkij Dom 2/2000
Vielleicht können wir nach diesen Worten ein bisschen besser verstehen, warum Zar Nikolai II in Russland und der orthodoxen Kirche so eine große Bedeutung beigemessen wird. Er war nicht nur der letzte Monarch, er gilt auch als Herrscher, der zu Lebzeiten sehr fromm und demütig war und sich letztlich für sein Land geopfert hat. Seine letzten Worte sollen die gewesen sein, die auch Christus am Kreuz gesprochen hat: “Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun…”